Stefan Jaud
CEO
Jaud IT GmbH
Zur Person
Štefan Jaud, M.Sc., obtained his B.Sc. in civil engineering in Ljubljana, Slovenia, and his M.Sc. at the Technical University of Munich, Germany. He is pursuing his PhD about "Georeferencing and BIM" at the Chair for Computational Modelling and Simulation, TUM. He published multiple papers describing his research activities and spoke at national and international events. Štefan Jaud obtained his work experience at Obermeyer and Siemens groups as a product developer. Additionally, he was a team member and validation lead with international projects IFC Bridge, IFC Road, IFC Tunnel, IFC Rail and IFC Infra Extensions Deployment, where he expanded IFC standard to support infrastructure assets. He was the managing director of The Hard Code GmbH, which he cofounded in 2022. He leads Jaud IT GmbH since its founding in 2024 and has co-initiated as well as continuously acts as the technical lead of the BIM Fit Check programme.
Matchmaking-Informationen
Teilnahme
Meine Veranstaltungen (1)
Datum
Veranstaltung
2.1.4 BIM und GIS zusammenführen: Aktuelle Themen, Methoden, Anwendungen (presented by buildingSMART Deutschland)
Ergebnisse des buildingSMART BIM Fit Checks zur Georeferenzierung und Trassierung
Der BIM Fit Check ist ein interaktives Challenge-Format von buildingSMART Deutschland, bei dem Softwareunternehmen nachweisen, dass ihre Produkte offene BIM-Standards für klar definierte Anwendungsfälle korrekt umsetzen. Im Jahr 2025 stand die IFC-Georeferenzierung in zwei Veranstaltungen auf dem Prüfstand.
Die erste Runde fand am 8. Mai 2025 auf dem 22. buildingSMART Anwendertag in Essen statt. Sechs Softwareprodukte wurden dazu aufgefordert, ein georeferenziertes IFC-4.3-Modell korrekt zu exportieren und zu importieren. Das Modell kombinierte ein horizontales Koordinatenreferenzsystem (ETRS89 / UTM Zone 32N) mit einem Höhenbezugssystem (DHHN2016). Das Szenario orientiert sich an einer typischen Situation in der Infrastrukturpraxis: Ein Ingenieurbüro exportiert ein Modell in einem bestimmten räumlichen Kontext, und die empfangende Software muss dieses korrekt interpretieren, ohne dass vorab Koordinatenkonventionen abgestimmt wurden. Bewertet wurde die korrekte Verwendung von IfcProjectedCRS und IfcRigidOperation, dem IFC-4.3-Mechanismus zur Einbettung eines Projekts in ein anerkanntes Koordinatenreferenzsystem. Alle sechs Teilnehmer bestanden.
Die zweite Runde fand am 23. September 2025 auf dem internationalen buildingSMART Summit in Berlin statt. Parallel zu einem Alignment-Exchange-Track erweiterten drei Softwareanbieter das Georeferenzierungsszenario um zusätzliche Testfälle.
Beide Runden lieferten ein konsistentes Bild. Die IFC-Spezifikation gibt keine klare Orientierung, wann IfcMapConversion und wann IfcRigidOperation zu verwenden ist. Beide sind Untertypen der Koordinatenoperation, adressieren aber unterschiedliche Situationen: IfcMapConversion transformiert ein beliebiges lokales Ingenieurkoordinatensystem in ein projiziertes KBS; IfcRigidOperation wendet lediglich einen Translationsversatz an, wenn das Projekt bereits in einem anerkannten KBS arbeitet. Ohne normative Vorgabe divergierten die Implementierungen, auch unter Produkten, die den Check bestanden hatten.
IfcProjectedCRS weist zudem eine strukturelle Lücke auf: Die Entität enthält nur einen Freitext-String (VerticalDatum) und bietet keine normative Möglichkeit, ein zusammengesetztes KBS zu referenzieren, das horizontale und vertikale Komponenten kombiniert. Für Infrastrukturprojekte ist das ein Standardbedarf, wie das im Check verwendete Szenario ETRS89/DHHN2016 selbst zeigt.
Auch die Abwärtskompatibilität bleibt ein Problem. Der LoGeoRef30-Ansatz, der den Projektbasispunkt über IfcSite.ObjectPlacement ohne jede KBS-Deklaration kodiert, ist in IFC 4.3 nach wie vor gleichwertig neben LoGeoRef50 gültig. Der Bericht schlägt vor, dieses Spannungsfeld auf MVD-Ebene zu lösen: Ein modernes MVD würde LoGeoRef50 oder höher vorschreiben; ein Legacy-MVD würde LoGeoRef30 für Migrationsfälle zulassen.
