Thomas Eichinger, geboren 1974, lebt in Schondorf am Ammersee und ist Kreisrat im Landkreis Landsberg am Lech sowie Bezirksrat im Bezirkstag von Oberbayern. Nach seinem Jurastudium arbeitete Eichinger 12 Jahre als Personalberater. Von 2014 bis 2026 war er Landrat des Landkreises Landsberg am Lech. Seit 1. Juli 2026 hat er die Position des Geschäftsführers des BVBS übernommen.
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Während Brücken bröckeln und kommunale Bauämter überlastet sind, stehen marktreife digitale Lösungen und Technologien bereit, die Prozesse im kommunalen Tief- und Straßenbau messbar beschleunigen. Die BVBS-Session zeigt anhand von Beispielen und praxiserprobten Lösungen, wie eine durchgängige digitale Prozesskette im Infrastrukturbau von der Planung über die Ausführung bis zur Abrechnung umgesetzt werden kann. Thomas Eichinger, Geschäftsführer des BVBS, führt in das Thema ein.
In der modellbasierten Planung von Verkehrswegeprojekten werden Sie sofort die Grenzen der klassischen Herangehensweise bei der Modellierung erkennen. Oft sind saubere Modelle hier schwierig zu erstellen. Seitenraumgestaltungen, vor allem bei Knotenpunkten; Restflächenmodellierung; Geländegestaltungen im Bereich von Anschlußstellen oder Teilbauwerke und fachliche Bauwerkskörper mit speziellen Geometrien und Eigenschaften stellen große Herausforderungen dar. Mit unserer neuen fachlichen und parametrisierten Arbeitsweise in unserem Construction Kit lösen wir dabei viele Probleme.
ConKit bietet Ihnen diverse Vorteile gegenüber konventionellen Arbeitsweisen: Sie erstellen und bearbeiten ausschließlich Fachobjekte, die das gewünschte Ergebnis definieren (Definitionsobjekte). Diese sind fachlich und in der Regel für die speziellen Anwendungsfälle ihrer täglichen Aufgaben konzipiert.
Die Parameter der Definitionsobjekte erfassen Sie grafisch interaktiv oder in Dialogen und können dabei vordefinierte Parametersätze einfach aus einem Katalog verwenden.
Die räumliche Lage eines Objektes wird relativ bestimmt. Dabei referenzieren die Definitionsobjekte wiederum auf Geometriedaten anderer Objekte. Dies kann zum Beispiel das direkte Nachbarobjekt sein, an dessen Kante angeschlossen werden soll oder eine Topografielinie, die als Ausgangsgeometrie für Lage und Höhe verwendet werden soll. Diese objektbasierte Planung bietet im modernen Arbeitsalltag viele Vorteile gegenüber der querschnittsbezogenen Arbeitsweise.
Gleiches gilt für die Austattungen wie Geländer, Markierungen, Beschilderungen, Rückhalteeinrichtungen oder Lärmschutzwände.
Als Ergebnis erhalten Sie Fachobjekte mit Raumkörpern und anderen räumlichen Geometriedaten. Das bedeutet, Sie arbeiten direkt im 3D-Modell – ohne den Umweg einer 2D-Planung.
Selbstverständlich können diese Objekte mit diversen festen und benutzerdefinierten Attributen versehen werden. Somit erhalten Sie hier ein hochwertiges Ergebnismodell, das nicht nur den BIM Prozess optimal unterstützt, sondern auch Grundlage für viele weitere automatisierte Anwendungen und Auswertungen sein kann.
In der Bauausführung entstehen die meisten Fehler nicht durch fehlende Technik, sondern durch Informationssilos – zwischen den Beteiligten, zwischen den eingesetzten Technologien und entlang der gesamten Prozesskette. Genau diese Silos lösen wir auf: Infrakit ist die herstellerneutrale, cloudbasierte Projektausführungsplattform, die Echtzeitdaten für alle Beteiligten nutzbar macht und so die Grundlage für eine funktionierende Zusammenarbeit über Unternehmens- und Systemgrenzen hinweg schafft. Anhand konkreter Infrastrukturprojekte zeigt der Impulsvortrag, wie diese durchgängige Datenkette in der Praxis Mehrwerte entlang der gesamten Wertschöpfung erzeugt: Der Polier auf der Baustelle arbeitet mit aktuellen Plänen, Soll-Ist-Vergleichen und Maschinensteuerungsdaten (z. B. Anbindung MTS); As-Built- und Vermessungsdaten – aus Drohnenbefliegungen, Laserscans und digitalen Aufmaßen – werden georeferenziert, zentral gemanagt und lückenlos dokumentiert; und der Bauherr erhält eine belastbare Datenbasis, von der digitalen Abnahme bis zur nachvollziehbaren Nachtragsdurchsetzung. Der rote Faden reicht dabei von der Maschinensteuerung über das zentrale Datenmanagement bis zur Übergabe und Abrechnung (z. B. Anbindung ISL) – und macht sichtbar, wie aus vielen Insellösungen eine durchgängige, silofreie Bauausführung wird.
Im Mittelpunkt stehen anwenderfreundliche Lösungen, die von MTS aus der Perspektive der Bauausführung entwickelt werden. So erhalten Bauleiter, Poliere und Maschinenführer durchgängige Werkzeuge für Arbeitsvorbereitung, Ausführung, Bestandsdokumentation und Abrechnung. Ein besonderes Highlight ist der LaserX: Der neue Laseraufsatz erweitert den Rover-Stab virtuell und ermöglicht es, schwer zugängliche oder gefährliche Messpunkte aus sicherer Entfernung komfortabel zu erfassen.
Am Beispiel einer durchgängigen Prozesskette wird außerdem gezeigt, wie Daten zwischen den beteiligten Systemen ausgetauscht werden können – einschließlich des Imports aus und Exports zu Infrakit und der anschließenden Datenverarbeitung in isl Kocher. Der Vortrag verbindet damit leistungsfähige MTS-Software, praxisgerechte Hardware und offene Datenflüsse zu einer Lösung, die digitale Baustellenausführung und Dokumentation spürbar vereinfacht.
Sie wollen den Überblick über Ihre Baumaßnahme? Lückenlos und über die gesammte Bauphase? Mit dem isl-baustellenmanager erhalten Sie die Software, die Sie schon immer gesucht haben, um die nötigen Daten z. B aus der Vermessung der MTS-Rover oder der Infrakit-Platform sinnvoll und einfach verarbeiten zu können. Ermitteln Sie aus den gesammelten Daten blitzschnell den Überblick und die Ergebnisse, die Sie für Ihre Baumaßnahme benötigen. Ganz egal ob Sie präzise modellieren wollen, Mengen und Massen für die Arbeitsvorbereitung oder die Abrechnung generieren wollen – hier können Sie alle Daten einfach und präzise verarbeiten und weiter nutzen! Egal ob Import oder Export, ob 2D oder 3D, ob reb-konform oder IFC, bei uns wird lückenlose und softwareübergreifende Datennutzung großgeschrieben!
Die digitalen Softwarelösungen und Technologien stehen bereit, um Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse im Lebenszyklus von Bauwerken effizienter zu gestalten. In der Podiumsdikussion sprechen ein Vertreter der öffentlichen Hand und die Referenten der BVBS-Session darüber, wie sich Hürden der Digitalisierung überwinden lassen und welche ersten Schritte für eine erfolgreiche Umsetzung entscheidend sind. Thomas Eichinger, Geschäftsführer des BVBS, moderiert die Diskussion.
Diskussionsteilnehmende: