2.3.4 Earth in motion: observation systems, reference systems, Earth rotation, geodynamics

Realistische SLR-Simulationen zur Vorbereitung der Genesis-Mission

Frontiers of Geodetic Science
Erdbeobachtung und Satellitenanwendungen // Earth Observation and Satellite Applications
Mittwoch, 16. Sept. 2026
15:00 - 15:20 | Europe/Berlin

Vortrag // Presentation

INTERGEO Conference | Room C 62 b
Englisch
Über uns

Die European Space Agency (ESA) wird im Jahr 2028 die Genesis Mission starten. Diese stellt die erste gemeinsame Plattform der vier wichtigsten weltraumgeodätischen Techniken dar, mit dem Ziel, Herausforderungen bei der Verbesserung der Genauigkeit und Stabilität des International Terrestrial Reference Frame (ITRF) besser zu verstehen und zu bewältigen. Um die potenziellen Vorteile dieser Mission bewerten zu können, sind Simulationsstudien erforderlich, die die Beobachtbarkeit von Genesis sowie deren Einfluss auf die Bestimmung geodätischer Parameter untersuchen.

Satellite Laser Ranging (SLR), eine der auf Genesis vorgesehenen kollokierten Techniken, spielt eine grundlegende Rolle bei der Etablierung globaler terrestrischer Referenzrahmen, insbesondere durch die Definition des Ursprungs und den Beitrag zur Maßstabsdefinition des ITRF. Das SLR-Netzwerk weist jedoch eine heterogene Leistungsfähigkeit auf: Es ist durch lokale Wetterbedingungen sowie standortspezifische operationelle Fähigkeiten eingeschränkt. Darüber hinaus besitzt das Stationsnetz eine unausgewogene globale Verteilung.

Dennoch wird das SLR-Netzwerk in Zukunft erweitert, sodass bis 2028 insgesamt 20 neue Stationen in Betrieb sein werden. Sieben davon ersetzen bestehende Stationen, während 13 an neuen Standorten errichtet werden. Diese Studie analysiert den Einfluss dieser zukünftigen Netzerweiterung auf die Schätzung geodätischer Parameter auf Grundlage von SLR-Beobachtungen. Um die variable Natur von SLR-Beobachtungen realistisch abzubilden, berücksichtigt die simulierte Leistungsfähigkeit der 20 neuen Stationen die lokale Wolkenbedeckung, um eine realistische Anzahl an Beobachtungen darzustellen.

Dieses Simulationsframework dient dazu, die Fähigkeiten eines erweiterten SLR-Netzwerks im Kontext der neuen Genesis-Mission zu bewerten. Die Simulationsstudie untersucht verschiedene Szenarien, um eine möglichst große Verbesserung der geodätischen Parameterschätzung durch SLR sicherzustellen.

Sprecher*innen

Eri Huntington

PhD StudentUniversity of Bonn

Moderator*innen

Robert Heinkelmann

Leiter Arbeitsgruppe "Kombination und VLBI", 1.1 Geodätische WeltraumverfahrenGFZ - Helmholtz-Zentrum für Geoforschung