Abteilungsleiter, Bezirksregierung Köln - Geobasis NRW
Vorsitz Lenkungsausschuss Geobasis der AdV
Dr.-Ing. Jens Riecken studierte in Bonn und den USA mit anschließender Promotion in Bonn am Lehrstuhl für Astronomische und Physikalische Geodäsie. Das Technische Referendariat absolvierte er in Nordrhein-Westfalen. Er leitet heute die Abteilung „Geobasis NRW“ der Bezirksregierung Köln als die für die Landesvermessung zuständige Stelle in NRW. Seit 1998 vertrat er NRW in verschiedenen AdV-Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen, zwischen 2017 und 2022 war er verantwortlich für den Arbeitskreis Raumbezug. Im Lenkungsausschuss Geobasis ist er Vorsitzender seit 2026. Er ist seit 2009 stellvertretender Leiter des Prüfungsausschusses Geodäsie und Geoinformation beim Oberprüfungsamt für das technische Referendariat. Von 2011 bis 2021 war er Lehrbeauftragter für die Vorlesung „Amtliche Kartographie“ an der Rheinischen Friedrich Wilhelms Universität Bonn und von 2009 bis 2022 Vizepräsident im DVW e.V., Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement.
Datum
Der German Satellite Positioning Service GEPOS® ist der hochgenaue Satellitenpositionierungsdienst des Bundes. Auf Grundlage der Referenzstationsnetze GREF des BKG, des SAPOS®-Netzes der deutschen Landesvermessung und ergänzt um ausländische GNSS-Referenzstationen werden einheitliche Korrekturdaten im Zustandsraum für die gesamte Bundesrepublik Deutschland einschließlich der ausschließlichen Wirtschaftszone berechnet. Diese Korrekturdaten im offen beschriebenen SSRZ-Datenformat werden sowohl über das Internet aber auch über einen Datenkanal des Digitalradio DAB+ abgegeben und ermöglichen unter Verwendung der PPP-RTK-Technik eine Positionsbestimmung mit einer Genauigkeit weniger Zentimeter im nationalen Raumbezug Deutschlands ETRS89/DREF91(R2025). Mit der Überführung in den operationellen Wirkbetrieb liefert GEPOS® als Element der digitalen Infrastruktur Deutschlands ab 2027 eine Grundlage für Mehrwertdienste mit Raumbezug in Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Korrekturdaten unterliegen einer offenen Datenlizenz und werden sowohl Nutzern der Bundesverwaltung aber auch allen anderen Nutzern kostenfrei und niedrigschwellig zur Verfügung gestellt.
Die Präsentation erläutert Motivation und Umsetzung von GEPOS® und adressiert die implementierten Mechanismen zur Sicherung der Produktqualität und Verfügbarkeit. Konkrete Anwendungsbeispiele aus der Bundesverwaltung geben Einblicke in Nutzungsszenarien und zeigen die Leistungsfähigkeit des neues Dienstes.
Der DVW e.V. lobt zusammen mit der Nico Rüpke-Stiftung Hamburg jährlich den Geodäsie-Preis für einen herausragenden Beitrag in der Fachzeitschrift zfv - Zeitschrift für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement aus.
Smart Mapping betreibt eine zentrale und modular aufgebaute Entwicklungsplattform für eine schnelle, flexible und vollautomatische Erzeugung kartographischer Produkte der Vermessungsverwaltungen. Herbei steht die Ablösung bestehender Produkte der amtlichen Geotopographie im Vordergrund, aber auch innovative und neue Produkte werden umgesetzt, insbesondere im Bereich der Webkarten und Webdienste. Die dabei nun schrittweise entwickelten AdV-Standardprodukte werden unter der neu eingeführten Produktpalette mit dem Namen basemap.de veröffentlicht.
Neben Webkarten im Vektor- und Rasterbereich werden im selben Verfahren künftig auch maßstabsbezogene Präsentationsausgaben produziert, um den immer noch vorhandenen Bedarf an Druckausgaben zu decken. Die basemap.de P10 im Maßstab 1:10.000 wurde schon veröffentlicht, für die Ausgabe im Maßstab 1: 50.000 wird derzeit ein Prototyp entwickelt,
Das Kennzeichen von AdV-Standardprodukten aus Smart Mapping ist ein einheitliches Erscheinungsbild, einheitliche Nutzungsbedingungen, eine vollständige Abdeckung der Bundesrepublik und eine hohe Aktualität der Produkte. Das Verfahren kann durch seinen modularen Aufbau flexibel neue Datenquellen und neue Werkzeuge erschließen und sich so agil weiterentwickeln.
Amtliche Geobasisdaten und Standardprodukte dienen auch als Hintergrundinformation für beliebige Fachinformationen. Vor allem die basemap.de Web Vektor eignet sich hierfür, da diese ohne großen Aufwand an eigene Anforderungen angepasst werden kann. Bereitgestellt wird der Kartendienst über eine moderne VectorTile-Schnittstelle (API) zur einfachen Integration in beliebigen Anwendungen.
Im Rahmen dieser Präsentation werden der aktuelle Projektstand, die eingesetzte Technologie und künftige Ausrichtung von Smart Mapping vorgestellt.
Karten und kartografische Produkte kommunizieren ziel- und zweckgebunden raumbezogene Informationen. Dabei ist die Generalisierung, d.h. die korrekte, nachvollziehbare Auswahl und Darstellung von Inhalten, auch im 21. Jahrhundert u.a. bei der Erstellung von hochwertigen Digitalen Topographischen Karten (DTK) weiterhin unverzichtbar. Gerade weil es heute einfach scheint, Karten zu erstellen und online bereitzustellen, legen die Vermessungsverwaltungen hohen Wert auf die Einhaltung von kartographischen Prinzipien bei der Erstellung ihrer amtlichen Kartenwerke. Das Projekt ATKIS-1Gen ist eine Initiative der Länder HE, RP SH und HH aus der Implementierungspartnerschaft ATKIS-Generalisierung, bestehende Generalisierungsalgorithmen und -workflows an die neuen Ansprüche an IT-Infrastruktur, IT-Sicherheit sowie Kundenbedarfe anzupassen und weiterzuentwickeln. In Kooperation mit der Firma 1Spatial (jetzt ein Teil der Firma VertiGIS) entstehen moderne und flexible Generalisierungsworkflows zur automatischen Ableitung von Digitalen Landschaftsmodellen sowie Digitalen Topographischen Karten in unterschiedlichen Auflösungen bzw. Maßstäben. Die Funktionalität der partiellen Fortführung von Veränderungen der Landschaftsobjekte bietet zudem einen effizienten Ansatz zur Übernahme relevanter Änderungen in den DTK-Datenbestand, ohne dass eine erneute Ableitung eines landesweiten Datensatzes erforderlich wird.
Cloud ist mehr als ein Betriebsmodell – sie wird zur Grundlage zukunftssicherer Geobasisdaten.
Der Vortrag zeigt, wie cloudnative Plattformen die Erfassung, Verwaltung und Bereitstellung amtlicher Geobasisdaten nachhaltig verändern. Containertechnologien, Kubernetes, standardisierte Schnittstellen und automatisierte Betriebsprozesse schaffen die Voraussetzungen für Skalierbarkeit, Sicherheit, Verfügbarkeit und eine kontinuierliche Weiterentwicklung.
Anhand praktischer Erfahrungen wird erläutert, wie moderne Cloud-Architekturen den Weg für innovative Fachverfahren, KI-gestützte Prozesse und die digitale Transformation der Geodateninfrastruktur ebnen.
Die Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) in der Fernerkundung hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt und eröffnet neue Perspektiven für das Monitoring in der Land- und Forstwirtschaft. Besonders im Bereich der Klassifikation, Vorhersage und Anomalieerkennung auf Basis multitemporaler Erdbeobachtungsdaten (z. B. Sentinel-2, PlanetScope, UAV-Daten) haben KI-gestützte Verfahren wie Convolutional Neural Networks (CNNs), Long Short-Term Memory (LSTM)-Netze und Random Forests ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Derartige Modelle ermöglichen es, große Datenmengen automatisiert auszuwerten und damit Prozesse wie Ernteüberwachung, Waldschadensdetektion oder Landnutzungsänderungen in bislang unerreichter räumlich-zeitlicher Auflösung zu analysieren.
Ein zentrales Element für den Erfolg dieser KI-basierten Modelle ist jedoch die Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger Referenzdaten (auch „Ground Truth“). Sie dienen sowohl zum Training der Modelle – also dem Erlernen relevanter Muster – als auch der Validierung, um deren Generalisierbarkeit und Genauigkeit objektiv zu bewerten. Insbesondere in der Land- und Forstwirtschaft gestaltet sich die Erhebung solcher Daten aufgrund der oft großflächigen und heterogenen Landschaften sowie saisonaler Dynamiken als herausfordernd. Gleichzeitig sind Referenzdaten essenziell, um die Black-Box-Charakteristik vieler KI-Modelle zu hinterfragen und ihre Ergebnisse nachvollziehbar und vertrauenswürdig zu gestalten – ein Aspekt, der gerade in der behördlichen und wissenschaftlichen Nutzung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Der Vortrag widmet sich daher der systematischen Betrachtung der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Referenzdaten im Kontext KI-gestützter Monitoringaufgaben in der Land- und Forstwirtschaft.
Reality-Capture-Workflows entwickeln sich weiter. Entscheidend ist heute weniger, wie Daten erfasst werden, sondern wie sie Entscheidungen unterstützen. Hochwertige Reality-Capture-Daten bilden die Grundlage. Menschen bringen Kontext, Fachwissen und Zielsetzung ein, und durch Entscheidungen wird aus Erkenntnissen konkretes Handeln. In dieser Präsentation geht es darum, wie Fachleute Prozesse beschleunigen, indem sie Daten teamübergreifend zugänglich und nutzbar machen. Echte Kundenbeispielen zeigen, wie vernetzte Workflows Effizienz, Zusammenarbeit und Entscheidungsprozesse verbessern – mit Lösungen, die den Weg von der Erfassung zu Ergebnissen beschleunigen.
The Capacity Development Project for Utilizing the National Geospatial Data Infrastructure in Ukraine (hereinafter referred to as the Project) is being implemented with the support of the Japan International Cooperation Agency (JICA) and the Japanese consulting company Kokusai Kogyo CO., LTD. Project implementation period: February 2022 - February 2027. The beneficiary of the Project is the StateGeoСadastre.
Cooperation with JICA became one of the key factors in the creation and development of the National Spatial Data Infrastructure (NSDI) in Ukraine.
The first JICA project (2015-2018) laid the regulatory and institutional framework for the system. The current Project is aimed at ensuring the sustainability of the NSDI development, updating data and implementing new services.
The purpose of the Project is to create appropriate conditions for the NSDI functioning in Ukraine and to form the foundations for understanding the benefits of using the NSDI by relevant state institutions, the private sector and communities, as well as to improve access of Ukrainian citizens to basic and comprehensive information on natural resources, roads, cultural heritage sites, etc., which is necessary for the economic and social activities of the population.
The Project provides for the development of specifications and methodological documents, integration and display of geospatial data sets on the NSDI National Geoportal, modernization of existing and development of new functionalities and services of the NSDI National Geoportal to support decision-making and recovery processes, as well as ensuring understanding of the advantages and features of the use of geospatial data by relevant state institutions, the private sector and communities.
In addition, the Project is updating the base topographic map at a scale of 1:10,000 for the territory of Ukraine, which is critically important for the reconstruction and development of territories.
Die deutsche Vermessungs- und Geoinformationsverwaltung hat mit der Bereitstellung von aktuellen, genauen und flächendeckenden Angaben über unseren Lebensraum und damit über das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland eine zentrale Aufgabe des Staats übernommen. Hierzu gehört besonders der flächendeckende Nachweis aller Liegenschaften im Liegenschaftskataster. Zusammen mit der Bereitstellung des einheitlichen Raumbezugs, der geotopographischen Informationen der Bundesrepublik Deutschland sowie dem Schaffen von Transparenz auf dem Grundstücksmarkt und dem Betrieb der Geodateninfrastruktur kommt diesem Aufgabenbereich ein grundlegender gesellschaftlicher Stellenwert und Infrastrukturbeitrag des Staates zu.
In der Podiumsdiskussion soll aufgezeigt werden, wie sich die AdV „fit for future“ aufstellt und welche Herausforderungen auf sie zukommt. Dabei werden auch Ergebnisse der von der GDI-DE gemeinsam mit der Frankfurt University of Applied Sciences erstellten Nutzer- und Bedarfsanalyse vorgestellt.