Digitaler Zwilling, Klimaschutz und Mobilität
Stadt Landsberg am Lech
Dr.-Ing. Daniel Broschart arbeitet seit 2016 bei der Stadtverwaltung Landsberg am Lech und leitet (seit 2024) das Referat „Digitaler Zwilling, Klimaschutz und Mobilität“.
Er hat B.Sc. Raumplanung (Abschluss 2012) und M.Sc. Stadt- und Regionalentwicklung (Abschluss 2013) im Fachbereich Raum- und Umweltplanung an der Technischen Universität Kaiserslautern studiert, war anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet „Computergestützte Planungs- und Entwurfsmethoden in der Architektur und Raumplanung (CPE)“ von Prof. Dr. Bernd Streich tätig und promovierte 2017 zum Thema „Mobile Geoweb-Methoden für die Planung“.
Er befasst sich mit dem Aufbau und den Einsatzmöglichkeiten von urbanen digitalen Zwillingen, der geodatenbasierten Untersuchung von Fragestellungen im urbanen Kontext sowie der Fortentwicklung von Visualisierungs- und Kommunikationsmethoden in städtebaulichen Entscheidungsprozessen.
Datum
Zentrale digitale Datenhaltung ist die entscheidende Grundlage für den Zugriff auf relevante Projektdaten. Standards bieten die notwendige Struktur, um die Detailtiefe, Abhängigkeiten und Komplexität zu erfassen. Visualisierung erlaubt es Nutzern mit unterschiedlichen Anforderungen Projekte rational und emotional zu begreifen. Der Unterschied zwischen zugreifen und begreifen. Der Vortrag zeigt die komplette Bandbreite an räumlicher Ausdehnung, Detailtiefe und Einbindung in bestehende Prozesse und Lösungen am Praxisbeispiel des Digitalen Zwillings* der Stadt Landsberg. Im direkten Anschluss an den Vortrag sind Fragen und Anregungen ausdrücklich erwünscht und individuelle Anforderungen, sowie Rückfragen zu den gezeigten Lösungen können live am Arbeitsplatz am Messestand besprochen werden.
* Im Rahmen des mFUND-Förderprojektes „TwinCity3D“ wurde – insbesondere für Klein- und Mittelstädte ohne explizite Smart City-Strategie – ein geodatenbasierter Ansatz als Grundlage für einen Digitalen Zwilling für die Anwendungsbereiche Klimaschutz-, Mobilitäts- und Stadtplanung geschaffen. Im Zuge des Projektes wurde das Stadtgebiet von Landsberg am Lech mehrfach mit einem Ultraleichtflugzeug beflogen. Die dabei entstandenen Luftbildprodukte wurden mit eigens weiterentwickelten KI-Algorithmen ausgewertet. Das neue System zur Erfassung von Geodaten aus der Luft eröffnet völlig neue Möglichkeiten zur Analyse städtischer Strukturen.
Das städtische Baumkataster konnte um Bäume und Büsche auf privaten Flächen ergänzt werden. Die Auswertung der Thermalbilder liefert Einblicke über die Temperaturverteilung innerhalb des Stadtgebietes und optimiert so die Analyse des Stadtklimas. Darüber hinaus konnten Flächeninanspruchnahme des Parkverkehrs bilanziert und dessen Verteilung zwischen den unterschiedlichen Flächenarten ausgewertet werden. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Integration von Planungen in das virtuelle 3D-Stadtmodell. Hierzu wurden ein Importwerkzeug für XPlanGML- und IFC-Dateien, sowie ein LOD2-Planungstool entwickelt und integriert.
Globale, regionale und auf Anlagen bezogene Risiken nehmen in ihrer Komplexität und Dynamik stetig zu. Geoinformationstechnologien und digitale Zwillinge spielen eine entscheidende Rolle dabei, diese Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und geeignete Maßnahmen zur Risikominderung abzuleiten. Experten und Entscheider diskutieren Konzepte zur kontinuierlichen Erfassung und Bewertung von Zustandsdaten, um den Übergang von einer reaktiven zu einer prädiktiven Ereignisbehandlung zu realisieren. Die Panelisten decken mit Ihrer Praxiserfahrung unterschiedliche Anlagen und Prozesse ab und betrachten den Einfluss von neuen Technologien aus den Bereichen der Datenübertragung, Speicherung oder auch automatisierten Bearbeitung. Im Anschluss an die TWIN TALKS / Podiumsdiskussion findet eine Frage und Antwort Runde statt, welche bei einem geselligen „get together“ auf dem Stand des Deutschen Dachverband für Geoinformation in einen allgemeinen Austausch und eine fachliche Diskussion übergeht.